Crowdfunding-Rekord: Lingoking braucht unter 6 Stunden für 100.000€

Eigentlich wollten wir Ihnen hier heute die neue Investmentmöglichkeit bei Seedmatch vorstellen - eigentlich. Denn Seedmatch hat mit dem aktuellen Startup Lingoking, welches eine Finanzierung durch Crowdfunding anstrebte wieder alle Rekorde gebrochen: nach 5,5 Stunden war der doppelte Betrag zusammen: 50.000€ hatte Lingoking angestrebt, 100.000€ sind es geworden.
Benötigte Seedmatch für die ersten zwei Startupfinanzierungen noch die Verlängerungsfrist, um die Finanzierung sicher zu stellen, erreichten alle nachfolgenden Startups in immer kürzeren Zeiten den vollen Finanzierungsbetrag von 100.000€: die ersten beiden benötigten 90 Tage, das dritte ( BluePatent) nur noch 24 Tage, das 4. Startup (smarchive) war dann in 60 Stunden durch.
Lingoking hält nun unangefochten den Rekord mit 5,5 Stunden. Offensichtlich muss man zukünftig schnell sein, wenn man sich über Crowdfunding an einem Startup beteiligen möchte.
Wie kommt es zu diesem Hype? Vermutlich ist es eine Kombination aus verschiedenen Faktoren:
- Seedmatch sucht die Startups sehr gründlich aus. Natürlich kann es nicht das Ziel eines Crowdfundinganbieters sein, möglichst viele Startups zu finanzieren und damit zu riskieren, dass sich nach kurzer Zeit die Meldungen von Pleiten häufen. Die Sorgfalt bei der Auswahl ist daher für Seedmatch selbst eine Investition in die Zukunft: je besser die finanzierten Startups sich entwickeln, desto besser auch für die folgenden Projekte: mehr Investoren, mehr gute Publicity und höhere Bereitschaft auch mal höhere Beträge zu investieren. Dabei stellt dieser Erfolg Seedmatch durchaus auch vor Probleme: je schneller ein Startup finanziert, desto schneller müsste auch ein neues Angebot auf der Plattform folgen, damit jeder Besucher auch ein Angebot findet. Die Auswahl benötigt aber Zeit.
- Startups sind gerade “in”. Kaum ein Magazin oder eine Zeitung, die nicht von dem Startup-Boom insbesondere in Berlin aber auch in anderen deutschen Städten berichten. Startups werden gerne als die “Zukunft” der deutschen Wirtschaft dargestellt. Gerne wollen auch kleinere Investoren an diese Hype teilnehmen.
- die Wirtschaftslage ist schwierig, das Vertrauen in etablierte Geldanlagen ist stark gesunken. Warum also nicht einen Teil seines Kapitals in Startups investieren? Über Seedmatch ist man schon mit kleineren Beträgen dabei, man kann über die Streuung der Investition das Risiko des Totalausfalls minimieren und die Chance auf den großen Gewinn erhalten.
Warum werden nicht größere Beträge ausgeschrieben?
Wenn Beträge von 100.000€ in 5,5 Stunden machbar sind, dann kommt schnell die Frage, warum nicht größere Summen agestrebt werden: man könnte doch auch 250.000 in 90 Tagen anvisieren. Werden wir also in Zukunft immer höhere Investitionsmeldungen zu erwarten haben?
Nein. Warum nicht? Hier bildet das deutsche Recht eine große Hürde. Bis 100.000€ kann diese Art der Finanzierung ohne Prospektpflicht erfolgen. Bei höheren Beträgen müssen andere rechtliche Voraussetzungen erfüllt werden: der Prospekt muss von der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) geprüft werden. Mehr zur Prospektpflicht gibt es bei der BaFin . Der Aufwand für diesen Prozess lohnt sich nicht für Finanzierungen nur geringfügigüber der Grenze von 100.000€. In diesem Fall kommen also nur deutlich höhere Investitionssummen in Frage. Es ist daher vorläufig nicht zu erwarten, dass Seedmatch höhere Finanzierungen ausschreibt. Setzt sich die Erfolgsgeschichte fort, bin ich gespannt, ob Seedmatch mittelfristig dennoch diesen Schritt wagt.
Wir gratulieren Lingoking und Seedmatch zu dem Erfolg.
Mehr zu Lingoking:
Lingoking ist eine Online-Plattform, die in Sekunden den Kontakt zu Dolmetschern herstellt. Ein Service, der sicher für Privatpersonen genauso interessant ist, wie für Unternehmen. Dabei unterscheidet sich Lingoking von reinen Übersetzungsangeboten, bei denen in erster Linie Texte eingereicht und übersetzt werden. Denn bei Lingoking stehen tatsächlich Personen bereit, die z.B. in Telefongespräche einbezogen werden können und sprachliche Missverständnisse vermeiden helfen. Die Plattform hilft dabei auch bei dem Aufbau der Telefonkonferenz. Über den Crowdsourcing-Ansatz wird die Dolmetscherleistung auch für kleine Unternehmen und sogar Privatpersonen erschwinglich und der Organisatorische Aufwand für die Nutzung dieses Dienstes ist deutlich geringer als die eigenhändige Organisation von Dolmetschern für die alltäglichen kleinen Probleme wie Hotelbuchungen, Versicherungsfälle etc.

