Crowdfunding

Warum kann nur ein großer Investor (oder wenige große Investoren) in viel versprechende neue Ideen investieren? Kann nicht ein Startup gerade davon profitieren, dass viele Menschen sich dafür begeistern und engagieren wollen? Wie kann das umgesetzt werden?
Diese Fragen liegen dem Ansatz von Crowdfunding für Startups zugrunde. Viele begeisterungsfähige Menschen finanzieren gemeinsam in ein Startup.
Das Startup kann dann von dem Einsatz, der Mundpropaganda und den Kontakten von vielen Investoren profitieren, die alle ein Interesse daran haben, dass das Startup Erfolg hat. Zudem ist man als Startup weniger den ‚Launen’ und Interessen eines einzelnen Investors ausgeliefert.
Die Investoren können einerseits mit viel geringeren Beträgen schon Beteiligungen an jungen Unternehmen erwerben. Andererseits können sie ihr Kapital und damit auch ihr Risiko selbst breiter streuen. Das Mitspracherecht des einzelnen Investors wird bei diesem Konzept immer sehr viel geringer sein, als wenn ein einzelner Investor in einem Startup an Bord geht.
Es gibt in diese Richtung einige Ansätze: so kann tatsächlich Geld (ab ca.250€) investiert werden (ein Beispiel hierfür ist http://www.seedmatch.de). Es gibt aber auch Ansätze bei denen Leistungen investiert werden können: Ein Unternehmensaufbau benötigt an der einen oder anderen Stelle immer Dienstleistungen wie Steuerberatung, Anwaltskosten, Programmierung, Marketingkonzepte uvm. Diese Leistungen werden bei diesem Ansatz gegen eine Beteiligung am Unternehmen erbracht. Ein Konzept in diese Richtung verfolgen zB die Gründer von Zanox mit Globumbus (leider ist die Internetseite http://www.globumbus.com noch wenig aussagekräftig. Heiko Rausch selbst hat das Konzept auf der Entrepreneurship Summit im November 2010 vorgestellt, das Video der Vorstellung findet man hier: http://www.entrepreneurship.de/campus/mediathek/page/4/)
Im Künstlerischen Bereich gibt es Crowdfunding-Ansätze schon etwas länger und auf eine andere Art. Bei www.sellaband.com können Believer Parts von Kunstprojekten kaufen wie zB eine CD-Produktion. Sie erhalten dafür von den Künstlern festgelegte Gegenleistungen. Der genaue Ablauf und die Details haben sich seit 2006 im Zuge von Insolvenzen und Umfirmierungen immer wieder geändert. Geblieben ist der Crowdfunding-Ansatz. Vorteile für die Künstler neben der Möglichkeit auch als unbekannter Künstler eine Projektfinanzierung über die Crowd zu erhalten auch die guten Kontakte und Aufmerksamkeit über Sellaband. So vermittelt Sellaband Kontakte zu namhaften Produzenten. Amazon zeichnet von jedem Projekt 100 Parts, wenn einmal die 30000$-Grenze überschritten ist und sichert den Verkauf der CD über Amazon zu.
Auch auf www.startnext.de können Künstler, Kreative und Erfinder ihre Projekte ausschreiben und von einer Crowd finanzieren lassen.
Was für Künstler alsi schon länger funktioniert ist für Startups noch relativ neu. Daher sind auch die Erfahrungswerte bei der Finanzierung von Startups noch begrenzt. Eins sollte man aber zumindest bei der vertraglichen Gestaltung im Kopf behalten: Werden im Zuge von Crowdfunding Anteile an einem Unternehmen abgegeben, müssen die Jungunternehmer berücksichtigen, dass im Falle einer weitere Investitionsrunde Investoren eine zu komplexe Anteilsstruktur in einem Unternehmen nicht so gerne sehen. Ansonsten bietet Crowdfunding viele Möglichkeiten und schafft auch viele positive Nebeneffekte.

